Präventionsgesetz 2016: Lohnt sich das erhöhte Engagement der GKV für Mitarbeiter?

Das Präventionsgesetz soll das Gesundheitssystem verbessern und ein gesundes Leben belohnen. Konkret geht es um die Förderung der Prävention in Kommunen, KITAs, Schulen, Pflegeeinrichtungen und um die Verbesserung der betrieblichen Gesundheitsförderung. Ziel ist es, die Gesundheit zu steigern und besonders das eigene Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise zu schärfen. Das ist natürlich lobenswert – aber es bleibt die Frage, ob das Engagement der GKV ausreicht, um wirklich etwas zu bewegen?

Änderungen 2016 und Leistungsumfang der GKV.

Für jedes versicherte Mitglied sollen die Kassen im Jahr 2016 den erhöhten Betrag von 7 Euro ausgeben: Davon sind jeweils 2 Euro für gesundheitsfördernde Maßnahmen in Betrieben sowie für die Prävention in den anderen Lebensbereichen vorgesehen. Die restlichen 5 Euro fließen in ein Bonusprogramm, das Prämien für ein besonders gesundheitsbewusstes Verhalten auszahlt.

Im Jahr 2014 lag der Orientierungswert noch bei 3,09 Euro pro GKV-Versicherten, wobei die tatsächlichen Ausgaben der GKV mit 4,16 Euro je Versicherten deutlich über den gesetzlichen Vorgaben lagen. Im Jahr 2015 stieg der Orientierungswert leicht auf 3,17 Euro.

Die GKV erreicht mit ihren gesundheitsfördernden Angeboten jährlich ca. 5,1 Millionen Versicherte. Viel zu wenig sagen Experten. Ändern soll sich das jetzt durch die Unterstützung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die nach dem Willen des Gesetzgebers knapp 32 Millionen Euro für die Implementierung, wissenschaftliche Evaluation und Qualitätssicherung erhalten soll. Auch kann die BZgA über gezielte Kampagnen auf eine gesunde Lebensweise aufmerksam machen.

Ist vernünftige Prävention mit 7 Euro überhaupt möglich?

Natürlich sind die Präventionsausgaben gesunde Ausgaben. Aber bringen sie dem Einzelnen im Betrieb wirklich sinnvolle Verbesserungen? Der Leistungsumfang für die betriebliche Gesundheitsförderung beschreibt unter anderem folgende Handlungsfelder:

  • Bonusprogramme mit Anreizen und zur Finanzierung privater Zusatzleistungen
  • Vorbeugung von Risiken durch verhaltens- und gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme
  • gesundheitsförderliche Gestaltung betrieblicher Rahmenbedingungen
  • Stressbewältigung und Ressourcenstärkung
  • Schutzimpfungen und Vorsorgeuntersuchungen ab einem bestimmten Alter
  • Zuschüsse zu elektronischen Hilfsmitteln wie z.B. Fitness-Tracker, die eine gesunde Lebensweise fördern

Der individuelle Ansatz der GKV mit Präventionskursen sieht also verstärkt vor, Versicherte zu motivieren sich mehr zu bewegen, gesund zu ernähren und sich generell gesundheitsförderlich zu verhalten.

Allerdings wird hier auch schon deutlich, dass eine aktive Teilnahme der betrieblichen Mitarbeiter die Grundvoraussetzung ist, um die eigene Gesundheit zu verbessern.

Auch ist klar, dass ernsthafte Vorsorgeuntersuchungen, wie z.B. die videogestützte Hautkrebsvorsorge oder weitere regelmäßige Gesundheits-Check-Ups nicht mit 7 Euro im Jahr abgedeckt werden können.

Mit einer eigenen betrieblichen Gesundheitsvorsorge hingegen, die diese Versorgungslücke zu den Leistungen der GKV schließt, können Unternehmen selbst aktiv die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter fördern.

Um beim Beispiel der Hautkrebsvorsorge zu bleiben: Der Leistungsumfang der GKV umfasst lediglich die visuelle Ganzkörperinspektion der gesamten Haut. Die videogestützte Haut-Dermatoskopie hingegen bietet einen entscheidenden Vorteil: Mit ihr kann festgestellt werden, ob sich ein Muttermal innerhalb von zwei Jahren negativ verändert hat. Diese wichtige Vorsorgeuntersuchung ist vollumfänglich durch die betriebliche Gesundheitsvorsorge abgedeckt.

Leistungen der betrieblichen Gesundheitsvorsorge wirken sich sofort und nachhaltig aus.

Vor allem durch den demografischen Wandel und den Anstieg von chronisch-degenerativen sowie psychischen Erkrankungen wird eine punktgenaue und gezielte Förderung besonders in Zukunft immer wichtiger.

Die betriebliche Gesundheitsvorsorge bietet diese gezielte Förderung, deren Auswirkungen nicht wie durch das Präventionsgesetz wahrscheinlich erst mittelfristig spürbar werden, sondern sofort und direkt erlebbar sind.

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